Dienstag, 3. Oktober 2017

Rezension: Ich dreh mich um dich von Simone Sabel

Na, Sie sind alleine, ich auch.


Da könnten wir uns doch auch gleich zusammen ins Bett legen.


Elisabeth ist nicht vollkommen unglücklich. Sie hat im Grunde so ziemlich alles, das sie sich wünscht: Ein Haus, einen Job den sie liebt und tolle Freunde. Nur in ihrer langjährigen Beziehung klappt es irgendwie nicht so richtig, das große Glück scheint auszubleiben. Ernsthaft in Frage stellt sie ihre Partnerschaft mit Thomas jedoch nicht, schließlich haben sie sich vor vielen Jahren gefunden. Eine junge Liebe, die für die Ewigkeit bestimmt war. Einige Zweifel nagen jedoch immer intensiver an ihr. Sie ist die Alleinverdienerin, während Thomas es vorzieht, seine Zeit mit seinen Kumpels in der Kneipe zu verbringen. Sie kommen um die Runden, gerade so. Doch ist das wirklich alles, das sie in ihrem Leben braucht? Durch Zufall lernt sie bei dem Versuch, ihre Sportbekanntschaft Barbara anzurufen, deren Ehemann Udo kennen. Ein seltsamer und aufdringlicher Kauz, der sie unbekannterweise auch noch sofort in ein anzügliches Gespräch verwickelt - ein seltsamer Typ. Schnell scheint jedoch klar: Udo ist standhaft und möchte sie unbedingt kennen lernen. Als ihr großes Glück irgendwann endlich in greifbare Nähe rückt beginnen jedoch auch die Sorgen. Ist sie wirklich am Ziel angelangt?

Dieses Buch von Simone Sabel hat mich sehr beschäftigt. Der Klappentext zu 'Ich dreh mich um dich' scheint zunächst etwas unscheinbar, nicht sonderlich greifbar. Eine fast alltägliche Dreiecksbeziehung, die man vermutlich in jedem beliebigen Ort finden kann. Die Stille Post verbreitet sich dann ungefähr so: B verliebte sich in C, C hat jedoch irgendwann einmal bereits D geheiratet, deshalb ist D nicht einverstanden, und ach ja: A gibt es auch noch - derzeit in Beziehung mit B. Ja... kommt vor. Das spannende an der Story ist jedoch: Jeder kennt solche Geschichten aus der "Nachbarschaft", tatsächlich beleuchtet und hinterfragt hat diese aber vermutlich so gut wie niemand. Wie fühlt sich der Mensch, der sich plötzlich "moralisch verwerflich" fremdverliebt? Und was denkt er sich dabei, eine oder mehrere Beziehungen eventuell zu zerstören? Wie kann es sein, dass man nach jahrelanger, augenscheinlich glücklicher, Ehe plötzlich mehr für jemand anderen empfindet? Nun, alle auftretenden Fragen kann diese Geschichte natürlich auch nicht beantworten, ein sehr tiefer Einblick hierzu ist der Autorin jedoch auf unglaublich fesselnde und mitfühlende Weise gelungen. Gespickt mit feiner Ironie taucht man in Höhen und Tiefen, Glück und Hoffnung, Bangen und Verzweiflung, Wissen und stille Ignoranz derer ein, die im echten Leben meist verachtet werden. Dies ist Geschichte der heimlichen Nummer zwei auf ihrem steinigen Weg ins ersehnte Glück.







Mein Leseeindruck

Mitte September erschien beim Juneberry Verlag der Roman "Ich dreh mich um dich" von Simone Sabel. Auch wenn ich das Cover sofort ansprechend fand, wagte ich mich mit etwas gemischtem Gefühl an diese Geschichte, erzählte der Klappentext doch etwas von "sozialem Unverständnis und Ächtung" aufgrund einer Dreiecksbeziehung. Allerdings gehöre ich eher zu der Sorte Lesern, die sich lieber vom Inhalt überzeugen lassen und weniger von der Verpackung. Ich schlug nun also das durchaus ansprechende Cover zur Seite um mich der Geschichte möglichst unvoreingenommen hinzugeben. Ja, und dort kam ich dann nicht mehr so leicht heraus. Es war sehr faszinierend, das zu erleben: Bereits ab der ersten Seite bis hin zum Ende des Buches war ich gefesselt von einem unglaublich besitzergreifendem Schreibstil und einer derart tiefgehenden Story, wie ich es nicht allzu oft in Romanen finden konnte. Die nachträgliche Erzählung aus der Sicht von Elisabeth, der "heimlichen Nummer zwei", beleuchtet dabei sehr einnehmend die dunkelsten, aber auch schönsten Ecken und Kanten einer Dreiecksbeziehung. Es gab mehrere Stellen, an denen ich als Leser richtig wütend wurde, sogar regelrechten Hass auf verschiedene Protagonisten entwickelte. Dann gab es da aber plötzlich diese vielen anderen Stellen, diese, die Glück versprachen und jene, die uns träumen lassen. Eine tiefe emotionale Achterbahnfahrt, die zur Mitfahrt zwingt und vermutlich selbst die abgestumpfteren unter den Lesern zur Weichwurst werden lässt. Leider gab es auch hier ein Ende, doch die Autorin hat mich mit ihrem Roman mehr als nur überrascht. Somit klar erkennbar: Start geglückt, ihr Debüt ist definitiv gelungen und ich hoffe auf schnellen Nachschub aus der Feder von Simone Sabel.


Daten zum Buch

Broschur: 216 Seiten
Verlag: Juneberry Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-13:  978-3-89841-992-5
Preis: 12,80€


Klappentext

Für Elisabeth ist Udo das Zentrum ihres Lebens, ihre große, alles überstrahlende Liebe. Seit sie sich begegnet sind, dreht sich alles nur um ihn. Doch Udo ist verheiratet, Elisabeth steckt selbst in einer lieblosen Beziehung fest. Sie fängt an für ihr Glück zu kämpfen, doch es ist ein langer und steiniger Weg, der von Heimlichkeiten, Unverständnis und sozialer Ächtung gesäumt ist. Wird Udo sich schließlich doch zu ihr und einer gemeinsamen Zukunft bekennen? Erst spät erkennt Elisabeth, dass sie sich selbst immer mehr in eine ausweglose Situation bringt, in der Hoffen, Bangen, Frust und Leid sich abwechseln. Ist das wirklich die Liebe, nach der sie sich immer gesehnt hat?

Sonntag, 24. September 2017

Rezension: Sieben Zwerge für Paulina von Iris Lieser (Rezensionsexemplar)

Märchen!


Wie bescheuert ist das denn?


Paulina hat es nicht leicht. In der Schule ist sie eher die Aussenseiterin und bei ihrer Mutter die nichtsnutzige Tochter, die alles falsch macht und für die Trennung der Eltern verantwortlich gemacht wird. Doch damit nicht genug: Ihre Mutter sucht regelrecht nach Dingen, die sie Paulina zur Last legen kann und gibt ihr das Gefühl, nichts richtig machen zu können. Freunde? Fehlanzeige. Diese dürfte sie sowieso nicht mit nachhause bringen. So macht das Leben keinen Spaß und leider wirkt sich das auch auf ihre Noten aus. Ihr Vater ist zwar liebevoll, aber wirklich verstanden fühlt sie sich auch bei ihm nicht. Als ihr Lehrer ihnen dann noch ein Referat über Märchen aufbrummt ist das Maß endgültig voll. Ihre Klassenkameradinnen haben jedoch plötzlich ein verlockendes Angebot für sie. Wenn sie die von ihnen auferlegte Mutprobe besteht, wird sie ein Teil der begehrten Clique. Doch ob das wirklich die Lösung für ihre Probleme ist?

Beim Stöbern durch die Neuerscheinungen des Fabulus-Verlag entdeckte ich "Sieben Zwerge für Paulina" von Iris Lieser. Der Titel klingt zunächst ein bisschen nach Märchen und der Spiegel auf dem Cover bestärkt diese Vermutung, der Klappentext allerdings wirkt eher neutral. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ich neugierig. Was transportiert diese Geschichte? Eine vollständige Märchenadaption mit Zwergen, Hexen und einer böse Königin? Nein, viel besser. Den Leser erwartet eine spannende Jugendgeschichte, mit viel Herz, Wut, Empathie und Hoffnung gemischt mit einem kleinen bisschen Märchen. Diese Kombination ist der Autorin unglaublich gut gelungen und wirkt an keiner Stelle "übertrieben" oder fehl am Platz. Die gesamte Story über Paulina wirkte sehr rund und liebevoll erdacht, so dass es richtig Freude machte, sie zu lesen. Das Buch wird übrigens ab 12 Jahren empfohlen und das ist meiner Meinung nach durchaus passend. Die Kapitel sind nicht sehr lange, der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen. Schön fand ich auch den farbigen Schnitt und die etwas dickeren Seiten. Alles in allem ist es wirklich sehr gut gelungen. Doch ist es auch für Erwachsene gedacht? Die Geschichte ist es definitiv. Es gibt viele Emotionen, die man miterleben kann und die auch, zumindest mich, an frühere Zeiten erinnern. Es gab Stellen, da dachte ich bei mir: Ja, ich habe das auch so erlebt und genauso entschieden. Ich habe mitgefiebert, mich mitgefreut und mich auch mit Paulina geärgert, daher ganz klare Empfehlung auch für erwachsene Leser.







Mein Leseeindruck

Die Neuerscheinung "Sieben Zwerge für Paulina" von Iris Lieser habe ich vom Fabulus-Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Eine sehr gut ausgearbeitete Geschichte mit vielen Emotionen, in die man sehr schön eintauchen kann. Es war sehr flüssig und leicht zu lesen, dennoch fehlte zu keinem Zeitpunkt die nötige Tiefe, um wunderbar darin versinken zu können. Die Autorin verarbeitet hier eindrucksvoll die Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens, gepaart mit familiären Problemen und der Entdeckung von Empathie als lohnenswertes Ziel. Die Anlehnung an ein Märchen ist zu kleinen Teilen der Geschichte deutlich vorhanden, wurde allerdings nur am Rande integriert. Diese Form der Adaption fand ich besonders gelungen, da eine sehr feinfühlige und empathische Story im Vordergrund steht, das Märchen aber hierbei nur den letzten Schliff und einen wichtigen Gegensatz zum Rest der Geschichte verleiht. Die Altersempfehlung "ab 12 Jahre" finde ich aufgrund des Schreibstils und der Thematik gut gewählt. In dieser Altersgruppe kann ich definitiv eine Leseempfehlung geben. Wer als älterer Leser auch gerne mal zu einem Jugendbuch greift, wird mit "Sieben Zwerge für Paulina" sicherlich viel Lesefreude haben.


Daten zum Buch

Taschenbuch: 152 Seiten
Verlag: Fabulus-Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-13:  978-3-944788-52-4


Klappentext

Paulina schiebt Frust. Von den Klassenkameraden ausgegrenzt, von der Mutter ständig angeblafft und für die Trennung der Eltern verantwortlich gemacht, fühlt sie sich einsam und verlassen. Da können auch coole Designerklamotten und teure Geschenke des Vaters nicht helfen. Wegen so einer blöden Deutscharbeit dreht auch noch der Lehrer durch und brummt der Klasse Einzelreferate auf, und die ausgerechnet über Märchen! Wer liest denn heutzutage noch solchen alten Kram! Aber es wird alles anders, glaubt sie, wenn sie die Mutprobe besteht, die ihr die Mädchenclique der Klasse vorschlägt. Dann wird Paulina endlich dazugehören, anerkannt sein, Freundinnen haben, auf Partys gehen. Spieglein, Spieglein an der Wand … 

Sonntag, 3. September 2017

Leseplanung: Der September

Der Versuchsmonat September

Oder: Das Chaos beginnt


In letzter Zeit lese ich sehr viele Beiträge über want-to-reads im September. Ich finde die Idee ja eigentlich wirklich super. Planen - ausführen, damit kann ich etwas anfangen. Bisher habe ich mich jedoch immer vor einer eigenen Liste gedrückt. Ungern werde ich es überprüfen, aber ich bin mir sehr sicher, dass im Lexikon unter "chaotisches Leseverhalten" mein Name gelistet ist. Ich lese sehr gerne und ich bin prinzipiell auch gerne strukturiert - so glaube ich zumindest. In Kombination scheint das jedoch leider nie zu klappen. Jegliche Planungen, eine künftige Literaturauswahl betreffend, scheint sich spätestens dann in Luft aufzulösen, wenn mir eine Buchhandlung zu nahe kommt. #BöseBuchhandlung. Es scheint so, als liegt es also nicht an mir. Meist sind es freche Buchverkäufer, die ihr Paradies immer dann geöffnet haben, wenn ich daran vorbeigehen muss. Natürlich kann es auch sein, dass die gute Ava Reed wieder mal ihren Teil dazu beiträgt. An mir kann es also gar nicht liegen, denn ihr wisst ja: #AvaIstSchuld. Ja ja, schon gut, ich gebe es zu. Es ist unfair von mir, so etwas zu schreiben. Wenn ich nämlich ehrlich zu mir (und zu Euch) bin, dann liegt das ausschließlich an meinem #Buchzwilling. Meine Buch-Souffleuse, die wie ein kleiner Teufel auf meiner Schulter sitzt und mich zum shoppen verleitet. Eigentlich könnte ich diese Stimme ignorieren, die mir lieblich einen Buchtitel ins Ohr flüstert: "Du wirst es lesen!", während ich schon auf dem Weg in das nächste Buchgeschäft bin... 

Aber mal ehrlich: Wer könnte da schon widerstehen? Ich zumindest nicht. #DankeJenny. Also, ich wage nun einen Ausblick auf den Oktober. Normalerweise bin ich stark vom Optimismus (wenn man das rückwärts liest, steht da "Sumsi mit Po", wusstet ihr das?) geprägt. In diesem speziellen Buch-Lese-Planungsversuch-Das-Wird-Eh-Nix-Fall ist allerdings etwas Realismus angebracht. Ich ahne bereits, dass ich rückwirkend die folgenden Zeilen auch eher als optimistisch werten werde. 

Ein Blick in die Glaskugel: Monatsrückblick September

Erinnert ihr euch noch? Ich plante den Buch-September. Voller Zuversicht wählte ich einige Bücher aus, die ich verschlingen werde. Natürlich kam alles anders. Ohne Vorwarnung wurde ich verführerisch, süßlich und hinterhältig zum Kauf von 34 Büchern animiert. Eine leise Stimme flüsterte ständig in mein Ohr: "Kauf es! Lies es! Jetzt! Du willst es doch auch!". Was soll ich euch sagen? Ich hatte keine Wahl. Die Demokratie wurde lahmgelegt und durch Buchempfehlungen ersetzt. Wie in Trance musste ich etwas ganz anderes lesen, als ich mir vorgenommen hatte. Mein SuB ist explodiert, mein SaB ebenso. Mein Wohnzimmer sieht immer noch aus, als hätte der Bücherschrank genießt. Mehrfach. Vermutlich unheilbare Männergrippe, schade. Ach ja, und wie immer bin ich völlig unschuldig, denn ich bin hier das Opfer. Leider konnte ich nur drei der im September geplanten Bücher beenden, denn viele euch bereits bekannte Buchflüsterer trieben ihr Unwesen im Internet und warfen meine guten Vorsätze mutwillig über den Haufen. Gebt bitte auf euch acht, denn sie schlagen zu, wenn ihr es am wenigsten erwartet. Zu erkennen sind diese meist an HashTags wie #SorryButNotSorry, #Fangirling oder #Highlight, mit denen sie arglistig ihre niederen Absichten vertuschen und euch in die Buchsucht führen. Alle die bereits geschädigt wurden, können sich gerne meiner neuen Selbsthilfegruppe anschließen. Markiert dazu eure Beiträge einfach mit #IchMussteEsKaufen. Ihr werdet sehen, ihr seid nicht alleine.




Um den Oktoberbeitrag aber überhaupt schreiben zu können, sollte ich meine Liste erstmal aufstellen. Entschieden habe ich mich nun für den folgenden (virtuellen, unrealistischen, aber gutgemeinten) Stapel an Geschichten:
  • Forever in Love von Cora Carmack
  • Das Böse vergisst nie (Dark Village 1) von Kjetil Johnsen
  • SpiegelSplitter von Ava Reed
  • Für dich soll's tausend Tode regnen von Anna Pfeffer
  • Wolfsträume von Bernhard Hennen
  • Animox von Aimée Carter
  • Prinzessin Insomnia & der albtraumfarbene Nachtmahr von Walter Moers

Wie es mit dem Lesen geklappt hat und zu welchen Neuzugängen ich gezwungen wurde könnt ihr im Oktober erfahren. Wünscht mir Glück und drückt mir die Daumen, ich werde es brauchen... 

Mittwoch, 30. August 2017

Rezension: Und der Wald flüstert ihren Namen von Michael Barth

Das ist ihre Bestimmung


Riechst du ihre Verdorbenheit nicht auch?


Der Wald. Still, unheimlich und menschenleer. Kelly Whitmore erwacht nackt und gefesselt mitten im Nirgendwo. An das, was zuvor passierte, kann sie sich nicht erinnern. Warum ist sie hier und vor allem, wer hat ihr das angetan? Alleine, orientierungslos und beide Hände am Rücken fixiert versucht sie, in der Wildnis zu überleben. Während ihrer Flucht vor möglichen Verfolgern und dem Kampf gegen die Natur lernt sie einen weiteren Gegner kennen: Sich selbst.

Als ich das E-Book in den Händen hielt, war ich zunächst ein wenig skeptisch. Der Klappentext zu Michael Barths "Und der Wald flüstert ihren Namen" verrät nämlich nicht besonders viel, auch wenn er mich ziemlich neugierig machte. Das Cover hingegen hat mich sofort angesprungen. Was würde mich also erwarten? Als Thriller-Fan hatte ich natürlich sofort tausend wilde Gedanken parat. Zig Ideen, was alles in der unberührten Natur passieren könnte. Aber die tollsten Ideen eines Bloggers und Lesers helfen da auch nicht viel, wenn der Autor plötzlich der Meinung ist, dass alles anders kommen soll. Wenn er wieder mal der Meinung ist, dass meine Vorstellungskraft nicht gänzlich zur Geschichte passt. Er hatte natürlich recht damit. Und er hat es geschafft, mich mit der Story zu überraschen. Mehrere Wendungen führen in flüssigem Erzählstil durch das Buch, dem es an Spannung und Ideenreichtum nicht mangelt. Ach ja, und an wilder unberührter Natur. 





Mein Leseeindruck

Das frisch erschienene Buch "Und der Wald flüstert ihren Namen" von Michael Barth durfte ich bereits vor der offiziellen Veröffentlichung lesen. Es ist ein spannender Thriller, der mich an mehreren Stellen überraschen konnte. Die flüssige Erzählweise des Autors machte es sehr angenehm zu lesen. Ich habe bereits viele seiner Bücher gelesen. Besonders positiv ist mir allerdings bei dem aktuellen Buch der Schreibstil aufgefallen. Subjektiv entstand bei mir der Eindruck, dass Michael Barth hier einen größeren persönlichen Entwicklungsschritt machen konnte. Es war mehr "Flow" spürbar, mehr Emotion greifbar und mehr Geradlinigkeit enthalten, als in den Büchern zuvor. Einzig und allein das Ende, besser gesagt der Epilog, konnten mich nicht vollständig überzeugen. Für mich wirkte dieser, natürlich subjektiv, etwas losgelöst oder auch quergestellt und nicht perfekt passend. Auf meinen Gesamteindruck hatte das aber nur einen kleinen Einfluss, eine Leseempfehlung kann ich trotzdem mit ruhigem Gewissen aussprechen. Ein spannender Thriller aus dem Hause Barth, der wieder einmal mit interessanten Wendungen und einer tollen Story-Idee glänzt.


Daten zum Buch

Taschenbuch: 312 Seiten
Verlag: BoD
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3744801256


Klappentext

Der Streich dreier Mitschüler wird für die achtzehnjährige Kelly Whitmore zum Albtraum.

Nackt und mit Handschellen gefesselt irrt sie durch die endlosen Wälder des Baxter National Parks in Maine. Ihr Kampf ums buchstäblich „nackte“ Überleben, konfrontiert sie mit einer wilden, unberührten Natur und dem eigenen Ich. 

Während sich die Jungs auf die wenig aussichtsreiche Suche nach ihrem Opfer machen, drohen nicht nur ihre Freundschaft, sondern auch sie selbst an den Folgen ihrer Tat zu zerbrechen. 

Doch damit nicht genug, denn in den Wäldern lauert noch Schlimmeres als wilde Tiere...


Ein Thriller über den Willen zu überleben. Koste es, was es wolle. 

Rezension: Candygirl von Michael Merhi

Sie haben alle Angst


Angst vor dem großen Ungeheuer, das sie dressiert und bändigt.


Bobby war böse. Ja, daran besteht kein Zweifel. Bobby war abgrundtief böse. Das Leben hat ihn zu dem gemacht, der er ist. Er ist Abschaum, das Produkt seiner Vergangenheit, die alles andere als normal und einfach war. Sein Vater war böse, seine Vergangenheit war böse, und er ist es auch. Vermutlich ist er deshalb Zuhälter geworden. "Schweineschwarte Bob", wie man ihn nennt, der kleine Kinder wie Vieh hält und sie an den meistbietenden Perversling verschachert. Auch das Leben der kleinen Candis war alles andere als normal und leicht. Miese Mutter, miese Kindheit, miese Aussichten. Spätestens jedoch, als sich die Wege von Bobby und Candygirl kreuzen, wird ihr klar, dass ihre Zukunft auch alles andere als rosig sein wird...

"Candygirl" von Michael Merhi habe ich zusammen mit zwei weiteren Bloggern gelesen. Ich danke euch dafür, denn es ist immer wieder unglaublich schön, mit euch die Gedanken zu den Geschichten zu teilen. Ach ja, sorry und danke, dass ich immer euer "Bummelletzter" bin und ihr trotzdem immer gnädig mit mir seid, ihr seid wirklich die Besten! Ich glaube euch beiden ging es ähnlich: Bei diesem Buch hatte ich mich darauf gefreut, es endlich lesen zu können. Schließlich musste es längere Zeit auf meinem SuB ausharren, bis sich endlich die Gelegenheit ergab. Der erste Eindruck kam dann auch sehr schnell, denn bereits ziemlich zu Beginn stach mir der Schreibstil ins Auge. Aber später mehr dazu. Die Thematik, die diese Story behandelt, ist wirklich krass und die Grundidee ist definitiv nichts für das zarte Gemüt. In ihr steckt sehr viel Potential, das definitiv lauthals schreit, endlich herausbrechen zu dürfen. Leider war jedoch, für meinen Geschmack, die Umsetzung nicht ganz wie erwartet. Es war sehr oft holprig zu lesen und wirkte dementsprechend irgendwie unrund. Es war durchaus sehr blutig und böse, wie es das Cover bereits verspricht, wirkte jedoch sehr oft erzwungen.







Mein Leseeindruck

Während des Lesens hatte ich leider bereits zu Beginn den Eindruck, dass die Geschichte ziemlich holprig erzählt wurde. Trotz einiger Stellen, die durchaus kurz Spannung und Hoffnung erzeugten, konnte ich mich nicht richtig darin zurechtfinden. Immer wieder stolperte ich über unlogische Stellen, die meinen Lesefluss störten. Zu nennen sind hier u.a. verschiedene Zeitangaben über Protagonisten, die einfach nicht passten, weil diese falsch waren (bezogen auf vorherige Zeitangaben in der Geschichte). Candygirl trieft förmlich vor Sex und Blut, genau wie es die Thematik und der Aufdruck "Rape and revenge" bzw. "Horror / Hardcore" auf dem Cover erahnen lässt. Das ist natürlich auch in Ordnung, schließlich kauft man sich ein Buch deswegen, weil die Geschichte hält, was das Cover verspricht. Allerdings empfand ich diesbezüglich in der Umsetzung vieles sehr "erzwungen". Es wirkte beim Lesen leider so, als ob diese Stellen eher mit "Gewalt" nachträglich hineingepresst wurden, um irgendwo noch einige blutige Zeilen einzufügen, die dann teilweise aber sehr unlogisch waren. Das störte mein persönliches Leseempfinden und das waren dann u.a. die Momente, in denen ich mit den Augen rollen musste. Diese zeigten sich leider auch gegen Ende nochmal sehr ausgeprägt. Teilweise hatte ich das Gefühl, der Autor wollte unbedingt noch etwas daraufsetzen, um es evtl. blutiger und "böser" zu machen. Meistens wirkte das dann allerdings etwas skurril und unpassend, wie eine improvisierte Baustelle. Stories aus diesem Genre erzeugen bei mir oft Spannung, ein Kribbeln, fördern ein wenig den Ausstoß von Adrenalin. Leider war das für mich bei Candygirl nicht so. Es ist für mich durchaus großes Potential in der Geschichte erkennbar, definitiv, leider konnte sie mich aber beim Lesen nicht so recht packen. Wer weiß, vielleicht bin ich aber auch bereits einfach nur zu alt und abgestumpft.


Daten zum Buch

Taschenbuch: 434 Seiten
Verlag: REDRUM BOOKS HARDCORE (28. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3959570104
ISBN-13: 978-3959570107


Klappentext

Bobby war nicht böse. Das Leben war böse. Die Umstände waren böse. Sein Vater, ja der war abgrundtief böse, aber er? Bobby? Niemals! Das zwölfjährige Mädchen Candygirl gerät in die Fänge des Zuhälters ›Schweineschwarte Bob‹, der ihr das Leben zur Hölle macht. Der sadistische Mann setzt alles daran, das zwölfjährige Mädchen sowohl seelisch als auch körperlich zu brechen. Wie ein Stück Vieh wird das junge Mädchen gebrandmarkt und von einem perversen Kunden an den anderen weitergereicht. Und was war mit Bobby? Bobby interessierte es einfach nicht, ob es kleine Mädchen oder Jungs waren, er nahm sie beide gern, schließlich waren es doch Gottes Kinder und der Mann hasste Gott. Abgrundtief!